Über 400 Jahre Krauttradition    
  Was für ein großes Glück, dass der Markgraf
so gerne Merkendorfer Kraut aß
   
 

Schon vor dem 30 jährigen Krieg soll in und um Merkendorf Kraut angebaut worden sein. Doch mit Ende 30-jährigen Krieges, der auch viel Leid und Elend über Merkendorf brachte, kam der Krautanbau fast zum Erliegen. Nach Überlieferungen zählte der Ort nur noch 32 Menschen, davon waren 14 invalide oder krank.

Schon vor dem 30 jährigen Krieg soll in und um Merkendorf Kraut angebaut worden sein. Doch mit Ende 30-jährigen Krieges, der auch viel Leid und Elend über Merkendorf brachte, kam der Krautanbau fast zum Erliegen. Nach Überlieferungen zählte der Ort nur noch 32 Menschen, davon waren 14 invalide oder krank.

In den nachfolgenden entbehrungsreichen Jahren blieben die Merkendorfer ihrem Krautanbau treu und legten damit die wirtschaftliche Grundlage für nachfolgende Generationen. So wurde der Krautanbau zur wichtigsten Einnahmequellen für die Merkendorfer Bauern und für die Bauern im Umland. Jeder bäuerliche Betrieb baute erst einmal für den Eigenbedarf grössere Mengen Kraut an und hatte seine privaten Abnehmer, die er belieferte. Dass der Markgraf zu Ansbach Kraut über alles schätzte und zu essen beliebte, war ein großes Glück für die Krautbauern. So wurden die Merkendorfer Krautbauern zum Hoflieferant vom Markgrafen zu Ansbach. Es stellte sich dadurch ein gewisser Wohlstand ein und sie waren angesehene Bürgern. Der letzte Markgraf, Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach, verliebte sich in Lady Craven, entsagte 1791 dem Thron, um mit seiner grossen Liebe fortan in England zu leben. Sein ganzer Besitz ging nach Preußen und auch die Merkendorfer Krautbauern wurden über Nacht Preussen.

Nun hatten die fleissigen Bauern Kraut in Hülle und Fülle, aber der grosse Abnehmer, die Residenz, fehlte. Sie versuchten soviel wie möglich an den Mann zu bringen, und mussten ihr Kraut mit den Pferde- oder Kuhfuhrwerken bis nach Gunzenhausen, Ansbach, Weißenburg, ja bis nach Nürnberg und Crailsheim fahren. Es waren Tagesreisen über holprige Strassen und der Verdienst war dementsprechend gering. Die gute Zeit war dahin, der Wohlstand war Vergangenheit.

Heute bauen noch einige Landwirte Kraut an. Als einziger Vollbetrieb ist die Familie Reuter auf Krautanbau und Sauerkrautherstellung spezialisiert und beliefert im Umkreis von 50 km Gaststätten, Restaurants, Bauernläden, Supermärkte. Privatkunden können direkt im Hofladen der Familie Reuter einkaufen, oder am Automat, der rund um die Uhr geöffnet ist.

Buchtipp:
Merkendorfer Kraut in Vergangenheit und Gegenwart
Der Buchautor Wilhelm Koch nimmt Sie mit auf eine eindrucksvollen Zeitreise durch die Geschichte des Krautanbaus in Merkendorf von den Anfängen bis in die Gegenwart. Auf über 200 Seiten eine Chronik der besonderen Art mit vielen historischen Aufnahmen und Wissenswertem über Kraut und Krautanbau.

Dieses Buch kann in unserem Hofladen und in der Stadtverwaltung Merkendorf zum Preis von 10,- € erworben werden. Mehr unter: www.merkendorf.de